18. November: Lauf: 5. Trail Uewersauer Heiderscheid (L)

Aller guten Dinge sind 3, dachten wir uns. Und so hatten sich Christian, Gerd der jüngere und Gerd der ältere gleich nach dem Trail vom letzten Jahr schon für die Auflage 2007 angemeldet. Es war klar: die dritte aufeinander folgende Teilnahme an diesem Geländelauf, der in dieser Region seines gleichen sucht, war Pflicht.

Und dies trotz des letzt-jährigen Irrlaufs von Christian auf der letzten Etappe, der aus den ohnehin schon anspruchsvollen 16 km gleich ca. 25 gemacht …und uns im Endklassement ziemlich weit nach hinten geworfen hatte …

In diesem Jahr sollte alles anders, sprich: besser werden, dank guter Vorbereitung, aber auch dank eines GPS ….. Außerdem sollte Christian auf der Mitteletappe starten, auf der das Feld noch relativ dicht beisammen ist und man nicht so leicht auf die falsche Bahn gerät …

Doch schon vor dem Start kam alles ganz anders, denn Gerd der jüngere musste sich, nur zwei Tage vor dem Start, krankheitsbedingt abmelden. Wer sollte denn so kurzfristig noch einspringen und Gerds Platz einnehmen ???

Genau so schnell, wie dieses Problem aufgetaucht war, war es auch schon gelöst. Denn was keiner gedacht hatte, trat ein: Stefan, unser Mountain-Biker meldete sich spontan, um mitzulaufen. Offensichtlich schienen ihm die mehr als 1800 Höhenmeter Anreiz genug, auch wenn es galt, diese ohne fahrbaren Untersatz zu bewältigen.

Und so fuhren am Sonntagmorgen dann 3 Ur-Prosolut-ler nach Heiderscheid, um gemeinsam die Trailstrecke, die gegenüber den Vorjahren von 48 km auf 50,1 km erweitert worden war, in Angriff zu nehmen. Das Wetter war gut, auf jeden Fall deutlich besser, als in den vergangenen Jahren. Die Temperaturen lagen so um den Nullpunkt, die Strecke war nicht so vereist, wie 2005, und vor allem nicht so matschig, wie im letzten Jahr. Auch war die Sicht gut, kein Schimmer von dichtem Nebel, der einem die Orientierung in diesem Gelände so schwer machen kann.

Und noch etwas war besser, als in den vergangenen Jahren, wie sich nachher „auf der Piste“ zeigen sollte: die Streckenmarkierung! Offensichtlich hat man aus den Problemen des Vorjahres gelernt, wo sich außer Christian noch ein paar dutzend anderer Läufer im Gelände verirrt und mehr oder weniger lange Extrarunden gedreht hatten ….

Ja und es lief gut an diesem 18.11.2007, bei allen drei Läufern, wie auch die spätere Auswertung des GPS zeigen sollte, das zusätzlich zur Startnummer und zum Chip bei den beiden Wechseln übergeben wurde.

Stefan lief die erste Etappe mit 15,3 km, so als hätte er noch nie etwas anderes gemacht. Nach eigenen Aussagen - und nach Auswertung der Pulsuhr - konnte er die ganze Strecke laufend bewältigen.

Auf der zweiten und dritten Etappe mussten wir an den extremen Steilpassagen schon einmal ein paar Schritte gehen. Einige Passagen waren auch einfach nicht mehr zu laufen, nachdem die ersten einhundert Läufer dort durchgerauscht waren ……Aber was wäre der Trail ohne seinen „Bulli“ ….
Stefan kam, wenn auch von den Strapazen gezeichnet, in einer guten Zeit am ersten Wechsel an und übergab an Christian, der sich anschickte, den guten Platz (im Mittelfeld) auf seinen 16,2 km zu halten und nicht allzu viele Läufer an sich vorbei zu lassen.

Das gelang auch ganz gut, auch wenn die um circa einen Kilometer verlängerte Mitteletappe ihm mit ihren langen Anstiegen, aber auch mit ihren Gefällstrecken, so einiges abforderte. Da musste man ständig auf der Hut sein, denn das nasse Laub und die glitschigen Felsen waren alles andere als leichtes Terrain.

Doch auch diese Etappe sollte gut über die Bühne gehen und so konnte Christian planmäßig den Stab an Gerd übergeben und diesen auf die letzte, und gleichzeitig längste, Etappe schicken.

18,6 km und dann am Ende auch noch die gefürchtete „Fuusekaul“, die einem dann die allerletzten Reserven abverlangt …. das war nur für unseren Dauerläufer, der in den vergangenen Jahren schon an so vielen Wettkämpen teilgenommen hat, zu bewältigen …

Und Gerd bewältigte diese Strecke, wie geplant, wobei er sich glücklicherweise Ausflüge, wie sie sich Christian im Jahr vorher erlaubt hatte, verkniff. Und das war auch gut so angesichts der Länge dieser Etappe und des spezifischen Streckenprofils. Ansonsten wäre es wohl knapp geworden, denn Gerd sollten auf den letzten 2 bis 3 km unangenehme Wadenkrämpfe ereilen, die er bis ins Ziel mit sich schleppen musste. Doch er biß die Zähne zusammen! So ist nun mal der Trail, bei dem in diesem Jahr mit den zusätzlichen zwei Kilometern die Latte für alle Teilnehmer noch ein Stückchen höher gelegt worden war.


Was wir, als blutige Amateure, vorab kaum zu hoffen gewagt hatten, wurde am Schluß dann doch noch wahr: Wir liefen bei genau 5:00:00 h, d.h. sekundengenau bei 5 Stunden über die Ziellinie. Das heißt, wir hatten unser Ziel erreicht, einen Schnitt von 6 Minuten pro Kilometer zu laufen …. Was für eine Freude!

Und kaum waren die ersten Schmerzen verwunden und das erste Simon-Pils getrunken, da stand, selbst für unseren Zweirad-Freak fest: auch in 2008 werden wir wieder dabei sein, bei der sechsten Auflage des Trail.

Und wenn der krankheitsbedingt fehlende Gerd (der jüngere) dann wieder mit dabei ist, werden wir wohl ein zweites Team ins Rennen schicken müssen, vielleicht ja ein gemischtes ….??!?

Wir werden sehen ….

Was wir ganz sicher nicht machen werden, das ist das, was die „Irren“ machen, die sich alleine auf die 50-Kilometer-Piste wagen, wie einmal mehr „unser“ Serge …..

Mehr eigene Bilder vom Trail gibt es hier.

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