19. August: 1. Etappe von Pforzheim nach Bad Wildbad (69.2 km / 2.020 Hm)
Motto des Tages: „Wo gibt’s dann hei wat zu wamsche?“
Nervös. Das trifft es wohl am Besten, was wir am Start verspürten. Der Startschuss viel und alles war gut. Die Routine stellte sich nach fünf Km ein. Routine bedeute für Michel, dass man allem was vor einem ist, so schnell wie irgendmöglich folgt, nachfährt und überholt. Stramm! Aber dennoch kamen wir recht schadlos in’s Ziel. Die Beine waren müde und gaben nachts Anlass, über den nächsten Tag und die Renneinteilung nachzudenken. Aber Jockels beruhigende Atemrhythmus wiegt uns dann wieder in den Schlaf.
details... 20. August: 2. Etappe von Bad Wildbad nach Bad Rippoldsau Schapbach (94,5 km / 2.800Hm)
Motto des Tages: „Nach 95 km ist auch PUR schön!“
Die Königsetappe! Am zweiten Tag durften wir bereits die Königetappe der VTS fahren. Es gab keine Flachpassagen. Oben angekommen, ging’s gleich wieder bergab und wie! Aber berghoch waren die Berge deutlich länger als runter, da haben die gemogelt, wir sind uns alle sicher!
Endlich konnte Stefan den übermotivierten Michel mal an die Leine legen. Auch schwergewichtige Belgier mit Carbonbikes durften uns auf den ersten zwanzig Km überholen, ohne dass wir im Wiegeschritt gleich an unsere Reserven gingen. Nach 25 Km hatten wir sie dann. Und zwar im GA1-Puls und mit einem Lachen auf den Lippen.
Und dieses Lachen blieb uns bis zum Schluss erhalten, auch wenn wir nach 30 Km das schwerste Zwischenstück (Länge 40 Km!!!) mit sehr viel Respekt angingen und sehr sehr locker ;-))) beendeten …
details... 21. August: 3. Etappe von Bad Rippoldsau Schapbach nach Wolfach 58 km / 1.550 Hm)
Motto des Tages: „Auch ohne Regen ist Radfahren schön!“
Der Tag nach der Königsetappe. Auf der vergleichsweise kurzen Etappe von 57,5 km und 1.550 Hm war unser erstes Ziel: DIE REGENERATION. Wir wollten uns von den Strapazen des Vortages etwas erholen und versuchen, die Muskeln zu schonen. Ob wir dieses Ziel erreicht haben werden wir erst morgen sehen.
In jedem Fall haben wir das Tagesziel „Wolfach“ erreicht. Und auch noch in recht flotter Fahrweise. Logistisch war das für Jockel auch eine Herausorderung, denn Einpacken, Fahrt, Wohnmobil abstellen, einrichten, etc. wollen erstmal mit einem Schnitt von 18,5 km/h erledigt werden.
Unterwegs haben wir mittlerweile andere Teams kennengelernt. Es ist immer ein kleiner Plausch drin. Bergauf wird es dann aber eher wieder still und der eine oder die andere fragen sich wohl auch schon mal nach dem Sinn, vor allem, wenn der Trail durch kleine Steinchen etwas verblockt ist.
details... 22. August: 4. Etappe von Wolfach nach Schonach (57 km / 1.850 Hm)
Motto des Tages: „Wer bremst verliert!“
Was wir gestern als Bergab-Höhenmeterüberschuss hatten, fehlte uns auf der heutigen Etappe. Es gab (fast) keine Abfahrten. Dies verdeutlicht auch die Zahl von 325 Hm/10 km.
Der Tag begann mit leichten Magenproblemen bei Stefan. Die Energiezufuhr war folglich nicht einfach und bestand im Wesentlichen aus Wasser und (Rosinen)Brot. Zu diesen eher menschlichen Problemen gesellten sich dann nach ca. 20 km auch noch technische Schwierigkeiten. Die Hinterradbremse an Michels Rad versagte ihren Dienst (siehe auch „Motto des Tages“).
details... 23. August: 5. Etappe von Schonach nach Engen (116 km, 2.000 Hm)
Motto des Tages: „Saftige Wiesen sind was für Kühe“
Michels Bremse konnten wir nicht reparieren, so dass unser Ersatzrad zum Einsatz kam. Das ist ein Hardtail und passte halt eben nicht so richtig für die lange Etappe. Und dann kam auch noch kurz nach dem Start eine köpereigene Warnung, die uns klar machen versuchte, dass heute der Drehzahlbegrenzer drin bleibt und zwar über die volle Distanz. Das war hart, 116 km mit deutlich verringerter Leistung aber dafür mit einem überirdischen Kampfwillen. So machten wir an diesem Tag häufiger als gewöhnlich Bekanntschaft mit dem inneren Schweinehund und mit Teams, die uns sonst nicht überholen.
Aber was letztendlich zählte war die Zielankunft als Team in Engen und das haben wir gemeinsam auch geschafft.
details... 24. August: 6. Etappe von Engen nach Grafenhausen (68 km, 1.470 Hm)
Motto des Tages: „Wo sind wir und welcher Tag ist heute?“
Richtig sitzen ist nicht. Das ist nach kurzer Fahrt vom Camping zum Start klar. Aber Schmerz macht erfinderisch und der Sattel hat ne Nase und da kann man auch sitzen. Weiterhin hat der Po zwei Backen und eigentlich braucht man nur eine. Auch ansonsten sind die Systeme wieder hoch gefahren und laufen besser. Also alles klar für die 6. Etappe.
Heute hatten wir wieder ein paar Höhenmeter mehr nach oben zu fahren, aber das fällt nicht mehr auf. Dafür war die einzige Abfahrt heute richtig steil. Der Tacho zeigte schlappe 77,8 km/h an und das, ohne auch nur einmal in die Pedale zu treten.
Kurz vor dem Ziel gab es dann noch eine kleine knackige Steigung, so dass auch den Fotografen Zeit blieb ein paar schöne Bilder zu schießen ;-)
details... 25. August: 7. Etappe von Grafenhausen nach Murg-Niederhof (85 km, 2.000 Hm)
Motto des Tages: „Die Kinder von Bullerbü“
So, heute war es soweit. Die letzte Etappe!
Die Etappe startete, wie immer, bergauf. Michel hatte mal wieder das mittlere Blatt drauf und zog los. Ich musste mich erst mal wieder warm fahren und die richtige Sitzposition finden. Nach fünf Kilometern waren wir wieder zusammen und blieben dies auch bis zur Ziellienie.
Irgendwie war die Etappe schnell vorbei. Wir hatten wohl ab km 35 so viele Glückshormone in uns, dass wir alles andere um uns rum vergessen konnten. Alles, außer unsere angestrebte Platzierung. Während der Tour hatten wir uns nämlich in den Kopf gesetzt, Platz 17 zu halten und dieser Platz war durch die Ergebnisse der letzten beiden Etappen in Gefahr. Also nochmal richtig rein treten!